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Aokigahara – den Selbstmordwald gibt es wirklich!

8. Januar 2016 / Film /
Aokigahara 青木ヶ原, der sagenumwobene und mysteriöse Selbstmordwald in Japan ist so gruselig, dass er einen Horrorfilm inspirierte – THE FOREST.

Düstere Wälder haben eine lange Tradition in Horrorfilmen und lehren uns nicht erst seit „The Blair Witch Project“ das Fürchten. Fast in allen Filmen sind diese angeblich verfluchten Wälder natürlich den wilden Fantasien der Drehbuchautoren entsprungen. Nicht so bei THE FOREST, der aktuell im Kino läuft und in dem sich Sara (Natalie Dormer) auf die Suche nach ihrer verschwundenen Zwillingsschwester in Japans Selbstmordwald Aokigahara begibt. Dieser Wald ist vollkommen real! Ein wahrer Ort des Schreckens am Fuß des Mount Fuji, in dessen Dickicht sich seit Jahrzehnten ein düsteres Geheimnis verbirgt…

Aokigahara

Die wahre Geschichte hinter dem Wald, der so schrecklich ist, dass er einen Horrorfilm inspirierte

„Aokigahara“ bedeutet übersetzt „das Meer aus Bäumen“. Der Wald ist so eng bewachsen, dass nur wenige Sonnenstrahlen das dichte Blätterdach durchdringen. Kein Wunder also, dass man sich hier schnell verirrt. Und über allem hängt der Geruch des Todes. Seit den 50er Jahren kamen etwa 6.500 Menschen hierher, um sich das Leben zu nehmen. Damit steht der Wald, rund 120 km westlich von Tokyo gelegen, auf Platz 2 der Orte mit der höchsten Suizidrate weltweit.

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Eine unrühmliche Liste, die von der Golden Gate Bridge in San Francisco angeführt wird. Und Jahr für Jahr findet die Polizei weitere Leichen im Aokigahara, was ihm den makabren Spitznamen „Selbstmordwald“ eingebracht hat. Aber was verleiht diesem Ort so viel Traurigkeit? Warum strömen so viele verlorenen Seelen auf die verschlungenen Pfade dieses verfluchten Ortes?

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Der legendäre Hort der Dämonen

Nach einer alten Legende ist der Selbstmordwald ein Hort böser Geister, der sogenannten yūrei, die über all die Jahre so mächtig geworden sind, dass sie den Bäumen eine bösartige Energie verleihen. Niemand weiß genau, warum die yūrei ausgerechnet hierher kamen. Aber Gerüchten zufolge, soll der Aokigahara bereits vor Jahrhunderten als Opferstätte gedient haben. Unzählige Unschuldige wurden hier angeblich während Kriegs- und Hungerszeiten den Göttern als Opfer dargeboten. Außerdem wurde er lange Zeit für den Ubasute-Brauch genutzt, bei dem alte Menschen zum Sterben in den Wald gebracht und sich selbst überlassen wurden. Wird das Gebiet deshalb von den Seelen Verstorbener heimgesucht?

Ubasute

Der Legende nach sind die yūrei die Geister jener Menschen, die inmitten großer Wut, Verachtung oder Rachegelüsten gestorben sind und deren Seelen deshalb auf ewig im Diesseits herumwandern. Untote, die den Besuchern des Aokigahara erscheinen, wenn sie die vorgeschriebenen Pfade verlassen oder sich nicht an eine der anderen Regeln des Waldes halten. Und die yūrei sind nicht gerade für ihre Freundlichkeit bekannt.

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Der ganze Aokigahara soll von diesen Dämonen erfüllt sein. Viele Wanderer meinen, es fühle sich an, als ob die Bäume sich mit ihnen durch den Wald bewegen würden. Und mit jedem weiteren Toten im Aokigahara wird die Macht der yūrei stärker. Ihr glaubt nicht an Geistergeschichten? Zu den beängstigenden Fakten…

Warnung! Die folgenden Bilder sind sehr verstörend…

Bereits in den 60er Jahren erlangte der Wald weltweit Bekanntheit. Der Bestseller-Autor Matsumoto Seichō ließ eine seiner Figuren in dem Roman „Der Wellenturm“ direkt am Fuße des Fuji im Aokigahara-Wald Selbstmord begehen.

Daraufhin registrierte die Japanische Regierung zum ersten Mal ein Ansteigen der Selbstmordraten. Man begann damit, den Wald jährlich zu reinigen und die Toten zu bergen. Immer wenn eine Leiche gefunden wird, bringt man diese in einen bestimmten Raum am Rande des Waldes und legt sie aus Respekt auf ein Bett. Doch jetzt wird es total gruselig: ein Mitglied des Suchtrupps muss als Totenwache über Nacht bei der Leiche im Raum bleiben. Wen dieses unglückliche Schicksal trifft, wird ausgelost. Man glaubt, dass die Toten sonst als yūrei wieder auferstehen und zurück in den Wald gehen könnten.

Bislang konnten nur etwa 500 Leichen geborgen werden. Die meisten Toten wurden nie gefunden und verrotten irgendwo neben den verfluchten Pfaden in diesem Labyrinth des Todes. Der Aokigahara ist so dicht bewachsen, dass er das schnelle Auffinden und eine mögliche Rettung nahezu unmöglich macht. Schon nach wenigen Kilometern soll man die Orientierung vollkommen verlieren. Wer will, kann sich auch selbst ein Bild machen und per Google Maps direkt über ein paar der ausgewiesenen Pfade wandeln: hier klicken.

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1977 stiegt die Suizidepidemie mit dem Erscheinen der Novelle „Meer aus Bäumen“ von Kuroi Jukai noch weiter an. Darin begeht ein unglückliches Liebespaar Doppelselbstmord. Und 1993 bezeichnete der Autor Wataru Tsurumi in seinem Buch „The Complete Manual Of Suicide“ den Wald als den perfekten Ort zum Sterben, woraufhin der Aokigahara noch populärer wurde. Die Behörden stellten Schilder auf, setzten auf Aufklärung mit Texten wie diesen:

„Dein Leben ist ein wertvolles Geschenk Deiner Eltern. Denke an sie und den Rest Deiner Familie. Du musst nicht alleine leiden, ruf uns an: 555-22-0110“

The Forest

So konnte man zumindest seit 2003 die Anzahl der jährlich begangenen Selbstmorde im Aokigahara auf unter 100 senken. 2010 zählte man 247 Selbstmordversuche, von denen immer noch sehr traurige 54 erfolgreich waren.

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Weitere Informationen und Bilder findet Ihr auf der offiziellen Aokigahara Forest website

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Der Horrorthriller THE FOREST mit Natalie Dormer und Taylor Kinney läuft aktuell im Kino. Hier findest du alle Spielzeiten in deiner Nähe und direkt darunter die Dokumentation von VICE:

Zur Vorbereitung sei jedem auch noch die folgende Dokumentation empfohlen.

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